• 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6

Was ist eigentlich Zeltlager (2002)

Ein Freund schleppte mich 1986 zum ersten Mal mit ins Zeltlager und seitdem bin ich noch nicht davon abgekommen. Nach den Jahren als Teilnehmer kamen noch mehr Jahre als Leiter „mit oder ohne Zelt“, zwei Jahre als Besucher auf Grund des Studiums und nun als Zeltlagerleitung. Die Veränderung des Sichtfeldes spiegelt sich auch in der Urlaubsform wider: früher noch Sommerferien, dann Sonderurlaub und nun „normaler“ Jahresurlaub. Der letzte Punkt verursacht bei manchen Freunden oder Kollegen  ungläubiges Kopfschütteln, den wenigen Urlaub für solche ehrenamtlichen Aktivitäten zu opfern - doch es lohnt sich. 

 Aber was ist eigentlich Zeltlager? Nackte Zahlen wie 116 Teilnehmer, 79 Kinder, 10 Nächte, 20 Zelte (davon 11 mit Kindern belegt), 250 km von Pinneberg entfernt, 34 Bänke, 10 Tische oder 3 Mahlzeiten am Tage geben genauso wenig Auskunft wie die Begriffe „Lalei“, „LoZ“, „Düschli“ oder „Zeltzeit“. Wenn man Teilnehmer fragt, was eigentlich Zeltlager ist, bekommt man keine sofortige Antwort. Nach einigem Überlegen werden dann Begriffe wie „tolle Sache", „Gemeinschaft“, „Spaß“, „Lebensgefühl“, „Spiele“, „Natur“  und ähnliches genannt. 

Zeltlager kann man nicht in Worte fassen, denn es ist einfach eine eigene Jahreszeit (die sechste?) in der eigene Regeln gelten. Die Gemeinschaft steht im Vordergrund und hierzu trägt jeder seinen Teil bei, aus dem Zeltlager etwas ganz besonderes zu machen. Dank der großartigen Gemeinschaft ist keiner auf sich alleine gestellt, denn viele Aktionen lassen sich alleine nicht umsetzen. 

Ein Besuch des Zeltlagers 1991, der auch am Zela hängen geblieben ist, beschrieb dieses Zela-Gefühl wie folgt: „Irgendetwas schien alle, die Leiter wie Kinder, miteinander zu verbinden, eine gespannte Erwartung auf gemeinsames Erleben, auf eine Zeit, in der man sich sehr intensiv mit den übrigen beschäftigen wird.“ 

Das Zeltlager hat sich in den letzten Jahren Schritt für Schritt ein wenig verändert, doch Traditionen wie Essen ohne Tische oder das tägliche Singen am Lagerfeuer sind geblieben. Aber auch die Teilnehmer haben sich verändert und es ist spannend zu erleben, wie ehemalige Kinder zu verantwortungsbewussten Leitern herangewachsen sind. Ich bin neugierig, was die nächsten Zeltlager an Erfahrungen bringen werden, und hoffe, an diesen noch ein wenig mitwirken zu können. 

Vielen Dank an alle Beteiligten, die so ein Zeltlager möglich machen: dien Eltern, dass sie dem Zeltlager so viel Vertrauen entgegen bringen und ihre Kinder mitschicken, den Hauptamtlichen und den vielen ehrenamtlichen Helfern (von den Regalerbauern bis zu den Kuchenproduzenten) für ihre Unterstützung. Ein besonderes Dankeschön geht auch an die Leiter, die viel Freizeit (zwei komplette Wochenenden und etliche Stunden in Kleingruppen für die Vorbereitung des Zeltlagers) investiert haben und natürlich auch an die Kinder, die so viel Begeisterung mitbringen, dass man weiß, alle Mühe hat sich gelohnt. 

Zusammenfassend kann man nur sagen:

Zeltlager kann man nicht beschreiben – man muss es erleben!

PS: Was einem nach dem Leben vom Zeltlager fehlt, kann man gut an der Liste „Du bist Zela-geschädigt, wenn...“ ablesen, die von den Leitern direkt nach dem Zeltlager erstellt wurde.