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Nachtwache der 9 WC-Enten... klein aber fein (2002)

Nach der laut gesungenen Abendrunde begann eine scheinbar harmlose Nacht,die sich aber als so kurios und spannend wie nie entpuppen sollte. Zunächst einmal hatten wir um Mitternacht einen Geburtstag zu feiern, welcher mit einer großen Geschenkbox von den Eltern und einem Schoko-Geburtstagskuchen von der lieben Küchenfee zelebriert wurde. Wir waren dementsprechend guter Dinge. Allerdings wurde der Stockbrotteig rasch aufgebraucht, womit unsere Hauptbeschäftigung keine mehr war.

Mit der Zeit gewann die Langeweile die Oberhand und verbündete sich mit der Müdigkeit- Gegen 2:30Uhr hatten neben den beiden Leitern nur noch zwei Kinder den Kampf gegen den Schlaf überstanden. Wir vier beschlossen, eine Kontrollrunde über den Platz zu drehen, um nicht untätig herumzusitzen. Dabei machte unser Leiter uns auf eine Sternschnuppe aufmerksam. Bei genauerem Hinleuchten stellten wir fest, dass dieses Himmelsobjekt von drei Luftballons in die Höhe gezogen wurde. Die Verwirrung war groß. Was ist denn dies für eine Sternschnuppe, die nicht alleine fliegen kann?! Wir spekulierten wild darüber, was drei Luftballons mit einer Lichtquelle im Gepäck in oberen Gefilden wohl zu suchen hatte.

Plötzlich tauchte 50 Meter südlich vom Zeltplatz ein blaues Licht auf. Von der Feuerstelle aus war es deutlich zu erkennen. Wir waren uns einig, dass es sich um ein Ablenkungsmanöver handeln konnte: Wir sollten uns vom Wimpel entfernen, aber nicht mit uns!! Es galt wohl überlegt zu handeln. So legten wir uns auf die Lauer und taten so, als ob wir schlafen würden. Es musste sich um mindestens zwei Wimpeldiebe handeln, das war klar.

Viel Überlegungszeit ließen uns die Angreifer nicht, denn schon bald erklang vom blauen Licht eine grausige Musik und wurde immer lauter. Es war der Soundtrack vom Film "Spiel mir das Lied vom Tod", das uns aufhorchen ließ. Nun konnten wir nicht mehr so tun, als hätten wir nichts gehört und würden friedlich weiterschlafen. So ein Mist!

Wir waren gezwungen eine Reaktion zu zeigen. Also erforschten zwei von uns den Ursprung der Musik, während die anderen liegend am Feuer blieben, ohne den Wimpel aus den Augen zu verlieren. Die zwei kamen schnell zurück und erbeuteten mühelos einen Kassettenrecorder und die blaue Lichtquelle, ein Knicklicht von Globetrotter, welches an einer gruseligen Puppe angebracht war.

In der Zwischenzeit war am Feuer schon einiges los. Noch während die Musik lief, tauchte plötzlich eine Gestalt am Wimpel auf. Aber die Rettung nahte, denn einer der Leiter sprintete los. Der Dieb rannte vom Platz herunter und quer über das anliegende Maisfeld. Unser Leiter hinterher. Vor dem Feld brach er glücklicherweise die Verfolgung ab und kehrte schnell zurück, denn es war geschickter am Wimpel zu bleiben. Tatsächlich hatte ein weiterer Schurke schon zwei Seile des Wimpels gekappt, bevor auch dieser das Weite suchen musste.

Unser kostbarer Wimpel hing nur noch an zwei seilen, aber wir waren entschlossen, diesen bis zum bitteren Ende zu verteidigen. Es war klar, dass es kein Zuckerschlecken werden würde, denn wir hatten es mit mehreren gewieften und gut ausgerüsteten Angreifern zu tun.

Kurz darauf machte zwei von uns wieder einen Rundgang. Dabei beobachteten sie, wie eine Diebin am Rande des Gemeinschaftszeltes ein Licht platzierte. Sie liefen los und trieben sie direkt in die Arme von unserem anderen Leiter.

Bei der Diebin handelte es sich um Katja, die vor einigen Jahren in der Lagerleitung des Zelas tätig war. Im anschließenden Kreuzverhör konnten wir herauskriegen, dass Botschaften auf und um den Platz verteilt waren. Wir machten uns sofort auf die Suche. Wir fanden mindestens zehn Hinweise, die von den "7 Kriegern des NIE" erzählten. Zum Beispiel: "Die 7 Krieger des NIE geben NIE auf".

Während der Suchaktion hörten wir ein Geräusch aus der Nähe des Materialzeltes. Dahinter bemerkte uns der Angreifer und nahm seine Beine in die Hand. Einer von uns verfolgte ihn unauffällig und versteckte sich hinter Zelt 2, Katjas Komplize wähnte sich nun in Sicherheit. Da war es für ihn ein Kinderspiel den Dieb einzufangen. Doch die Überraschung war groß. Es handelte sich um Elisabeth, ebenfalls eine langjährige Lagerleiterin.

 

Wir danken ihnen für das herrliche Geschenk, dass sie unserem Geburtstagskind beschert haben!